Critical Science Literacy (2017)

Warum Wissenschaft nicht einfach wahr ist, was das mit dir zu tun hat und was du daran ändern kannst

"Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind in der Evolution bedingt. Da die Geschlechterdifferenz in der Steinzeit, als die Menschen noch Jäger und Sammlerinnen waren, notwendig gewesen sei." Solche und ähnliche Theorien über Geschlechterunterschiede sind nicht nur im Alltag anzutreffen, sondern auch in wissenschaftlichen Forschungen, die derzeit populär sind. Die feministische Wissenschaftskritik hinterfragt wissenschaftliche Theorien, die einen biologischen Geschlechterunterschied behaupten. Sie zeigt, dass Wissenschaft nicht in einem machtfreien Raum stattfindet, sondern im Zusammenhang gesellschaftlicher Ungleichheit zu verstehen ist. Die Frage, was warum als "Wissen" und "wissenschaftlich" gilt, ist umkämpft.

In der gegenwärtigen „Wissensgesellschaft‟ spielt wissenschaftliches Wissen eine zentrale Rolle in der Herstellung, aber auch der Herausforderung gesellschaftlicher Ordnung. Ein kritischer Umgang mit wissenschaftlichem Wissen kann daher als eine „demokratische Grundfertigkeit‟ gesehen werden. Insbesondere die Schule ist ein Ort, an dem gelernt werden kann, vermeintliche Wahrheiten kritisch zu hinterfragen und die eigenen Mitgestaltungsmöglichkeiten an gesellschaftlichen Prozessen zu erweitern. Hierzu will das Sparkling Science-Projekt "Critical Science Literacy" einen Beitrag leisten. Im Projekt erarbeiteten Schülerinnen und Schüler der 11. Schulstufe des Gymnasiums GRG 23 gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und ihrer Psychologielehrerin einen kritischen Zugang zu wissenschaftlichem Geschlechterwissen.

Im Zuge des Projekts wurden Lehrmaterialien erarbeitet, die mit spielerischen Methoden und aufbereiteten Texte der feministischen Wissenschaftskritik, eine kritische Auseinandersetzung mit Wissenschaft und Geschlechterwissen ermöglichen. Auf www.genderplanet.at werden einige Übungen und Texte der unter dem Titel „Tat-sächl-ich. Feministische Zugänge zu Wissenschaft vermitteln“ veröffentlichten Materialsammlung vorgestellt.

Weiters entstand eine Reihe von Workshops für verschiedene Schulstufen und Multiplikator_innen. Diese wollen anhand von verschiedene Themen und Methoden einen kritischen Umgang mit Wissenschaft fördern.

Zur Verwendung der Lehrmaterialien empfiehlt es sich zusätzlich einen Workshop zu buchen. Wir freuen uns über Anfragen: E-Mail: rosa.costa@univie.ac.at

Projektleitende Einrichtung: Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Gefördert vom Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) im Rahmen des Programms "Sparkling Science".

Projektlaufzeit: 1.10.2015 bis 31.07.2017

Website: Critical Science Literacy

In Zusammenarbeit mit: Anita Kitzberger, Expertise Fachdidaktik Psychologie & Philosophie, und Schüler_innen der 11. Schulstufe WPG Psychologie & Philosophie GRG 23, Alterlaa.

Das Projekt wurde gemeinsam mit Sigrid Schmitz und Nora Ruck entwickelt.

Projektleitung: Brigitte Bargetz (Institut für Politikwissenschaft)

Projekmitarbeiterinnen:

  • Rosa Costa, Historikerin, Trainerin für Erwachsenenbildung, Jugendarbeiterin, feministische Wissenschaftsforscherin und Aktivistin. E-Mail: rosa.costa@univie.ac.at

  • Iris Mendel, Sozialwissenschaftlerin, Philosophin und Pädagogin mit den Schwerpunkten feministische Wissenschaftskritik und Vermittlung, Aktivistin, vor allem im Bereich Care. E-Mail: iris.mendel@univie.ac.at